Barrierefrei in die Zukunft: So setzen Online-Shops den European Accessibility Act effizient und rechtskonform um
Von OMB Redaktion - Dragana Teilen Teilen Kaum ein juristischer Beruf sorgt für so viel Gesprächsstoff wie das Notariat, wenn es um Zahlen geht. Wie viel verdient ein Notar, und stimmt es, dass Notarinnen und Notare zu den bestverdienenden Berufsgruppen in Deutschland zählen? Dieser Artikel zeigt anhand aktueller Zahlen aus dem Jahr 2026, wie sich das Gehalt als Notar zusammensetzt, welche Unterschiede es zwischen Bundesländern gibt und was man mitbringen muss, um diesen Weg einzuschlagen. Wer sich für Karrierewege mit hohem Einkommen von Selbstständigen interessiert, findet hier einen fundierten Überblick mit Fakten, die selten so kompakt an einem Ort stehen. Werden Notare gut bezahlt? Die kurze Antwort lautet: Ja, aber mit deutlichen Einschränkungen. Ein freiberuflich tätiger Notar verdient in Deutschland durchschnittlich rund 500.000 Euro brutto im Jahr, wobei die tatsächliche Verteilung der Gehälter stark schwankt. Wer in einer wirtschaftlich starken Region mit hohem Immobilienaufkommen arbeitet, kann auf ein Jahreseinkommen von deutlich mehr als einer Million Euro kommen, während Notare in strukturschwachen Gegenden oft nur einen Bruchteil davon erzielen. Nach Abzug von Kanzleikosten, Personal, Versicherungen und Steuern verbleibt bundesweit im Schnitt ein Nettogehalt von etwa 250.000 Euro im Jahr, also ungefähr 20.000 Euro netto im Monat. Diese Summe klingt beeindruckend, sie ist aber untrennbar mit einem hohen unternehmerischen Risiko verbunden, denn Notare tragen ihre Betriebskosten vollständig selbst. Das gesetzliche Rabattverbot nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz sorgt zwar für stabile Gebühren, verhindert aber gleichzeitig jeden Preiswettbewerb zwischen den Kanzleien. Wie hoch ist das Gehalt eines Nur-Notars? In Deutschland gibt es zwei grundlegend unterschiedliche Modelle, die das Gehalt eines Notars stark beeinflussen. Im Süden und Westen der Republik ist das hauptberufliche Notariat verbreitet, bei dem der Notar oder die Notarin ausschließlich dieses Amt ausübt und keine parallele Anwaltstätigkeit führt. Im Norden und Osten dagegen dominiert das Anwaltsnotariat, bei dem Juristinnen und Juristen beide Tätigkeiten kombinieren und ihr Einkommen aus zwei Quellen speisen. Nur-Notariat versus Anwaltsnotariat Ein Nur-Notar erzielt im Schnitt ein deutlich höheres Gehalt als ein Notar oder eine Notarin im Anwaltsnotariat, trägt dafür aber auch das volle unternehmerische Risiko einer eigenen Kanzlei ohne zweites Standbein. Anwaltsnotare hingegen verteilen ihr Einkommen auf zwei Rechtsgebiete, was ihre reine Notar-Statistik rechnerisch verzerrt und den direkten Vergleich erschwert. Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hamburg zählen zu den Bundesländern, in denen das hauptberufliche Modell vorherrscht. Regionale Unterschiede im Nord-Süd-Vergleich Je nach Bundesland fallen die Gebühren aus Grundstückskaufverträgen sehr unterschiedlich hoch aus, da sie sich direkt am Kaufpreis der jeweiligen Immobilie orientieren. In Ballungsräumen wie München, Frankfurt oder Hamburg sorgt das hohe Preisniveau bei Immobilien für ein überdurchschnittliches Jahreseinkommen, während Notare in Mecklenburg-Vorpommern oder anderen ländlich geprägten Regionen häufig unter dem bundesweiten Mittelwert liegen. Diese geografische Spreizung zeigt, warum ein einzelner Notar in derselben Position, aber unterschiedlichem Bundesland, ein völlig anderes Gehalt erzielen kann. Was muss man tun, um Notar zu werden? Der Weg zum Notar oder zur Notarin ist lang und anspruchsvoll und beginnt mit einem klassischen Studium der Rechtswissenschaften, das mit dem ersten Staatsexamen abschließt. Danach folgt das Referendariat, an dessen Ende das zweite Staatsexamen steht, bei dem in aller Regel nur Absolventinnen und Absolventen mit einem Ergebnis im zweistelligen Prädikatsbereich überhaupt eine realistische Chance auf eine spätere Notarstelle haben. Diese strenge Auswahl über das sogenannte Leistungsprinzip sorgt dafür, dass die Zahl der zugelassenen Notare pro Bezirk begrenzt bleibt. Studium und Staatsexamen Bereits während des Studiums der Rechtswissenschaften stellt sich die Weichenstellung für alle, die später als Jurist im Notariat arbeiten möchten, denn die Examensnoten entscheiden maßgeblich über die späteren Chancen. Neben klassischen Fächern wie Zivilrecht spielen bereits früh Themen wie Erbrecht, Gesellschaftsrecht und die Grundlagen notarieller Rechtsgeschäfte eine Rolle im Lehrplan. Wer diese Phase mit guten Noten abschließt, legt den Grundstein für den weiteren fachlich anspruchsvollen Werdegang. Anwärterdienst als Notarassessor Nach dem zweiten Staatsexamen beginnt der Anwärterdienst als Notarassessor, in dem sich das Gehalt an der Richterbesoldung der Stufe R1 orientiert. Im Jahr 2026 liegt das Brutto-Einstiegsgehalt eines angehenden Notarassessors je nach Bundesland zwischen etwa 4.800 und 5.340 Euro brutto monatlich, wobei Hamburg mit rund 5.336 Euro am oberen und das Saarland mit knapp 4.847 Euro am unteren Ende liegt. Den Abschluss dieser Phase bildet die notarielle Fachprüfung, die über die endgültige Zulassung entscheidet. Wie viel verdient ein Notar? Regionale Unterschiede im Detail Das Notargehalt hängt stärker von der Region ab als von fast jedem anderen Faktor, da sich die Gebühren nach dem Transaktionsvolumen vor Ort richten. In Nordrhein-Westfalen etwa, wo überwiegend das Anwaltsnotariat praktiziert wird, verteilt sich das Einkommen auf zwei berufliche Standbeine, während in Niedersachsen ein ähnliches Muster zu beobachten ist. Diese strukturellen Unterschiede führen dazu, dass zwei Notare mit identischer Berufserfahrung in unterschiedlichen Bundesländern spürbar verschiedene Einkommen erzielen, was zeigt, wie viel verdient ein Notar tatsächlich vom Standort abhängt. Studien zu diesem Thema kommen regelmäßig zu einem durchschnittlichen Jahreseinkommen von 475.000 Euro über alle Bundesländer hinweg, wobei einzelne Kanzleien in Metropolregionen diesen Wert deutlich übertreffen. Wer über einen Umzug in ein anderes Bundesland nachdenkt, sollte neben dem Einkommen auch die dortige Nachfrage nach Beurkundungen und Beglaubigungen sowie die Konkurrenzsituation vor Ort berücksichtigen. Ein festes Gehalt, wie es im öffentlichen Dienst üblich ist, gibt es im Notariat mit Ausnahme des Anwärterdienstes praktisch nicht. Notargehalt selbstständig: Chancen und Risiken der eigenen Kanzlei Wer als Notar oder als Notarin arbeitet, ist mit Ausnahme der Ausbildungsphase in der Regel selbstständig tätig und trägt damit sämtliche unternehmerischen Risiken einer eigenen Kanzlei. Das bedeutet konkret, dass Personalkosten, Mieten, Versicherungen und technische Ausstattung selbst finanziert werden müssen, bevor überhaupt ein persönliches Einkommen übrig bleibt. Gerade in wirtschaftlich schwächeren Phasen des Immobilienmarktes kann dieses Modell zu spürbaren Einkommensschwankungen führen, auch wenn das langfristige Durchschnittsgehalt hoch bleibt. Auf der anderen Seite bietet die Selbstständigkeit als Notariat eine Unabhängigkeit, die im öffentlichen Dienst kaum vorstellbar wäre, verbunden mit der Aussicht auf ein Einkommen von mehreren tausend Euro im Monat bereits kurz nach der Zulassung. Die Vergütung richtet sich streng nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz, sodass weder Rabatte noch individuelle Preisverhandlungen erlaubt sind. Diese gesetzliche Vorgabe schützt zwar vor ruinösem Wettbewerb, begrenzt aber gleichzeitig die Möglichkeit, sich über den Preis von der Konkurrenz abzuheben. Auch die organisatorische Aufstellung einer Kanzlei spielt eine wichtige Rolle, denn viele Notare beschäftigen mehrere Notarfachangestellte, um das steigende Volumen an Beurkundungen und notariellen Rechtsgeschäften zu bewältigen. Gerade in Städten mit vielen Grundstückskaufverträgen kann eine gut geführte Kanzlei innerhalb weniger Jahre ein Jahreseinkommen erreichen, das deutlich über dem bundesweiten Mittelwert liegt. Wer angestellt oder selbstständig über den eigenen Berufsweg entscheidet, sollte diese unternehmerische Komponente von Beginn an mitdenken, denn sie prägt den Alltag als Notar oder Notarin stärker als der reine juristische Anteil der Arbeit. Notare in Deutschland: Angestellt oder selbstständig? Notare in Deutschland arbeiten fast ausschließlich selbstständig, was sie klar von Notarfachangestellten unterscheidet, die ein festes Gehalt in einer Kanzlei beziehen. Notarfachangestellte verdienen im Durchschnitt zwischen 35.000 und 65.000 Euro brutto im Jahr und übernehmen organisatorische sowie verwaltende Aufgaben rund um Urkunden, Termine und die Vorbereitung von Beurkundungen. Diese Abgrenzung ist wichtig, denn beide Berufsbilder werden in Suchanfragen häufig verwechselt, obwohl sie fachlich und finanziell kaum vergleichbar sind. Was macht ein Notar eigentlich im Alltag, wenn er weder angestellt noch Teil eines klassischen Betriebs ist? Zu den Kernaufgaben zählen die Beurkundung von Kaufverträgen, die Beglaubigung einer Unterschrift, die Erstellung von Vorsorgevollmachten sowie die Beratung bei Testament und Erbrecht. Der Beruf des Notars verlangt ein hohes Maß an juristischer Präzision, da jede notarielle Urkunde im Streitfall rechtlich bindende Wirkung entfaltet. Aktuelle Trends im Notariat: Online-Beurkundung und Cloud-Nutzung Das Berufsbild verändert sich 2026 spürbar, vor allem durch die fortschreitende Digitalisierung der Beurkundungspraxis. Über das Portal der Bundesnotarkammer wird die Videokommunikation für notarielle Verfahren seit einigen Jahren ausgebaut, und im Mai sowie Juni 2026 fanden im Bundestag Expertenanhörungen zur Ausweitung der Online-Beurkundung auf weitere gesellschaftsrechtliche Vorgänge statt. Begriffe wie Online-Notar oder die digitale GmbH-Gründung gehören mittlerweile zu den am stärksten wachsenden Suchanfragen rund um das Thema. Das BNotK-Rundschreiben zur Cloud-Nutzung Mit dem Rundschreiben Nr. 1/2026 vom 2. Februar 2026 hat die Bundesnotarkammer erstmals einen verbindlichen Rahmen für die Nutzung von Cloud-Diensten im Notariat geschaffen. Demnach dürfen Dienste wie Microsoft 365 nur als reines Hilfsmittel nach Paragraph 35 der Bundesnotarordnung dienen, während Akten und Verzeichnisse mindestens einmal wöchentlich in die physische Geschäftsstelle zurückgesichert werden müssen. Wegen möglicher Zugriffsrechte durch den US-Cloud-Act empfiehlt die Bundesnotarkammer zudem ausdrücklich europäische Cloud-Anbieter für sensible notarielle Daten. Notar Gehalt, notarielle Fachprüfung und der Weg in die eigene Kanzlei Die notarielle Fachprüfung markiert den formalen Abschluss der Ausbildung zum Notar und öffnet die Tür zur eigenen Kanzlei oder zur Übernahme einer bestehenden Notarstelle. Wer diese Prüfung besteht, kann sich auf ein Bewerbungsverfahren einlassen, bei dem der Staat über die Zahl der freien Stellen pro Bezirk entscheidet, um das Einkommensniveau und die Marktstruktur stabil zu halten. Dieses Prinzip der bedarfsgesteuerten Zulassung zeigt, warum nicht jeder Jurist mit passendem Examen automatisch eine eigene Kanzlei eröffnen kann. Zusätzlich sorgt der demografische Wandel für Bewegung im Berufsstand, seit Ende 2025 eine wegweisende Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts die bisherige Altersgrenze für Anwaltsnotare ins Wanken gebracht hat. Der spürbare Nachwuchsmangel hält die Einkommenschancen für junge Notarassessorinnen und Notarassessoren im Jahr 2026 historisch hoch, was den Berufseinstieg trotz der hohen Zugangshürden attraktiver macht als noch vor einigen Jahren. Wer den Beruf über viele Jahre ausüben möchte, profitiert damit aktuell von einer günstigen Marktlage. Für angehende Juristinnen und Juristen, die sich frühzeitig auf diesen Berufsweg vorbereiten möchten, lohnt sich ein Blick auf die Schwerpunktbereiche im Studium der Rechtswissenschaften, etwa Immobilienrecht, Erbrecht oder Gesellschaftsrecht. Diese fachliche Spezialisierung erleichtert später nicht nur das Bestehen der notariellen Fachprüfung, sondern auch den Einstieg in eine Kanzlei mit hohem Beurkundungsvolumen. Insgesamt bleibt festzuhalten, dass sich der lange Ausbildungsweg fachlich wie finanziell auszahlt, sofern die nötige Ausdauer für Staatsexamen, Referendariat und Anwärterdienst vorhanden ist. Fazit: Wie viel verdient ein Notar? Wie viel verdient ein Notar also am Ende? Die Zahlen zeigen ein Bild mit zwei Seiten: Ein durchschnittliches Bruttoeinkommen von 500.000 Euro im Jahr klingt nach mühelosem Wohlstand, entsteht in der Praxis aber nur durch ein Prädikatsexamen, einen langjährigen Anwärterdienst und ein erhebliches unternehmerisches Risiko als selbstständige Kanzlei. Das Gehalt als Notar hängt zudem stark vom Bundesland, vom Modell des Nur-Notariats oder Anwaltsnotariats und von der lokalen Immobiliennachfrage ab, sodass pauschale Aussagen kaum möglich sind. Wer den Weg zum Notar oder zur Notarin einschlägt, sollte diesen als anspruchsvolle, langfristige Karriereentscheidung verstehen und weniger als schnellen Zugang zu einem hohen Einkommen von Selbstständigen. Share
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